Risiken einer Schiffsbeteiligung
Trotz seiner Funktion als Kommanditist und daher Miteigentümer einer zur Anlageverwaltung gegründeten Gesellschaft gibt es für Anleger bei Schiffsbeteiligungen in der Regel keinen festen Rückzahlungstermin. Ebenso erhält der Investor in den seltensten Fällen einen verbrieften Anspruch auf eine bestimmte Verzinsung.
Ausschlaggebend für die Höhe der Renditen und die Zeitpunkte der Kapitalauszahlungen ist also der wirtschaftliche Erfolg (beziehungsweise Misserfolg) der Fondsgesellschaft. An diesem wird der Anleger beteiligt.
Durch die genannten Einflussfaktoren stellt eine Schiffsbeteiligung grundsätzlich eine relativ risikoreiche Kapitalanlage dar. Auf der anderen Seite winkt mit ihr eine sehr interessante Rendite, die allerdings niemals garantiert werden kann.
Es gibt einige Risikofaktoren, die der Anleger im Auge haben sollte, um sein Verlustrisiko realistisch einschätzen zu können. Ein wichtiger Punkt ist dabei zunächst das Währungsrisiko. Es resultiert daraus, dass die Raten für die Charter eines Schiffes in der Regel in US-Dollar gezahlt werden. Wer sein Kapital jedoch in Euro anlegt und die entsprechenden Renditen ebenfalls in Euro ausgezahlt bekommen möchte, der muss stets das Wechselkursverhältnis von Euro und Dollar im Auge behalten. Bei einer ungünstigen Kursentwicklung können bereits erzielte Renditen durch das Währungsrisiko wieder zunichte gemacht werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Verkaufserlös, der zum Ende der Laufzeit beim Verkauf des Schiffes erzielt wird. Experten legen hier einen Wert von etwa fünf bis zehn Prozent des Neuwertes zugrunde (der so genannte Schrottwert des Schiffes), welcher beim Verkauf erzielt werden soll. Abhängig von der internationalen Wirtschaftslage ist es allerdings nicht sicher, ob dieser Wert beim Verkauf des Schiffes auch wirklich erzielt wird. Fällt der Verkaufserlös deutlich geringer aus, so verringert sich damit auch die Rendite beziehungsweise die Höhe der Einlagerückzahlungen für den Anleger.
Die Höhe der Rendite während der Laufzeit der Schiffsbeteiligungen ergibt sich durch die Erlöse vom Verchartern des Schiffes. Kaum ein Charterer wird sich jedoch darauf einlassen, die Höhe der Raten für die Miete des Schiffes zu Anfang der Fondslaufzeit für die gesamte Laufzeit verbindlich festzulegen. In der Regel läuft es so ab, dass die Höhe der Charterraten immer nur für eine bestimmte Zeit (zum Beispiel fünf Jahre) vertraglich festgelegt wird. Ist diese Zeit verstrichen, erhält der Charterer das Recht, die Ratenhöhe neu festzulegen beziehungsweise zu verhandeln. Für den Anleger bedeutet dieser Faktor ein Risiko. Entwickelt sich der Markt für die Schifffahrt in diesem Zeitraum negativ, wird der Charterer nur durch eine niedrigere Ratenhöhe zur weiteren Miete des Schiffes zu bewegen sein. Für den Anleger bedeutet das eine sinkende Rendite. In Zeiten schlechter Wirtschaftslage kommt es sogar vereinzelt vor, dass über einen längeren Zeitraum kein neuer Charterer mehr gefunden wird.
Ein weiterer Risikofaktor, den der Anleger im Auge behalten sollte, ist die Schwierigkeit beim Verkauf der Fondsanteile. Durch die Form eines geschlossenen Fonds kann der Anleger seine Anteile grundsätzlich nicht an die Investmentgesellschaft zurückverkaufen. Es bleibt also lediglich nur die Möglichkeit, diese auf einem Zweitmarkt zu veräußern. Allerdings ist der Zweitmarkt für Schiffsbeteiligungen noch relativ unterentwickelt und schlecht organisiert. Der Anleger muss sich also darauf einstellen, dass er - wenn die Notwendigkeit zum Verkauf der Anteile besteht - unter Umständen Probleme damit bekommen wird, schnell wieder an sein Kapital zu kommen. Oft ist dies nur mit einem Verlust möglich.
